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Kann ich Pferdegestütztes Coaching unverbindlich ausprobieren? Ist das kostenlos möglich?

Zum Ausprobieren gibt es das Schnupperkurs-Angebot. Damit haben Sie die Möglichkeit, in 2-3 Stunden pferdegestütztes Coaching, meine Pferde und mich kennenzulernen.
Danach können Sie besser einschätzen, ob und wie Ihnen diese Methode bei Ihrer Weiterentwicklung helfen kann.

Kostenlos ist es nicht. Sie werden durch einen erfahrenen Coach betreut, die Pferde sind erstklassig ausgebildet und werden gut versorgt und Sie erhalten wertvolle Impulse. Das ist die 95 € (netto) mehr als wert.

Vielleicht interessiert Sie dieser kleine Bericht zu einem Schnupperkurs.

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Gut geführt werden, ist angenehm

Überraschung! 🎉 — “Gute Führung fühlt sich gut an.”

Diese Erkenntnis gewann unlängst eine Gruppe Führungskräfte beim pferdegestützten Coaching. Doch warum ist das so überraschend?

Meine These ist, Führung wird oft mit Machtausübung, Druck und Stress in Verbindung gebracht. Auch wird Führung häufig mit Management gleichgesetzt und es findet eher eine mechanistische Betrachtung statt. Und da Menschen keine Maschinen sind, fühlen sie sich selten wohl, wenn sie als solche behandelt werden.

Meine zweite These ist, es hat gesellschaftlich einen höheren Wert, selber zu führen als geführt zu werden. Man will die Zügel in der Hand haben, entscheiden und bestimmen können, seines eigenen Glückes Schmied sein, Stärke zeigen oder beweisen. D.h. sich führen zu lassen, fällt vielen schwer und wird eher mit Schwäche gleichgesetzt.

Und richtig spannend wird es, wenn es darum geht, sich bewusst zu entscheiden: Gehe ich in Führung oder lasse ich mich führen?

Diese beiden Facetten von Führen und Geführt-werden, konnten oben genannte Führungskräfte gut bei einer Übung mit den Pferden erfahren.
Zwei Menschen und ein Pferd mussten zusammen einen Parcours absolvieren. Der eine Mensch führte das Pferd, der andere legte eine Hand auf den Rücken bzw. die Kruppe des Pferdes und folgte mit geschlossenen Augen. Während des Durchlaufs durfte der Kontakt zum Pferd nicht verloren gehen. Erschwerend kam hinzu, dass ein weiteres Team den Parcours gegenläufig durchquerte.
Danach wurden die Rollen getauscht und der Parcours durch 2 neue Hindernisse erschwert.

Daran ließ sich Folgendes gut erfahren

  • Als Führender habe ich die Verantwortung für den Weg bzw. das Ziel. Ich muss mich um alle! meine Geführten, sowohl das Pferd als auch den Menschen, kümmern und zusätzlich aufpassen, nicht mit dem anderen Team zu kollidieren.
  • Als Geführter bin ich abhängig von dem Führenden. Ich muss mich an meinem anderen Teammitglied (dem Pferd) orientieren, weder in dieses hineinlaufen noch den Kontakt verlieren.

Beide Erfahrungen sind auch im Arbeitsalltag relevant und werden hier wunderbar sicht- und fühlbar.

Die Teilnehmer erlangten interessante Erkenntnisse.

  • Als Führende(r)
    • fällt es schwer sich auf die Geführten einzustellen, wenn der Führende selber im Stress ist.
      In diesem Fall war der/die Führende, mit der Führung des Pferdes ausgelastet und konnte sich nicht auch noch um die Belange des menschlichen Geführten kümmern.
      Daraus kann man sehr gut ableiten, dass Führende erst mit sich selbst im Reinen sein müssen, bevor sie andere führen können.
    • ist man auf Rückmeldung des Geführten, was sie gerade brauchen, angewiesen.
      Hier war es wichtig, dass der menschliche Geführte z.B. mitteilte, ob es zu schnell oder zu langsam ging. Gleichzeitig musste der/die Führende achtsam sein und körpersprachliche Signale seiner Geführten wahrnehmen, insbesondere die des Pferdes, was keine Lautsprache hat.
      Doch auch im Arbeitsalltag tut ein Führender gut daran, genau hinzuschauen und auf non-verbale Signale zu achten.
  • Die Geführten fühlten sich dann wohl, wenn
    • der Führende viel kommunizierte, z.B. was gerade ansteht, wo im Parcours man sich befindet, wie die Lage ist.
      Es wurde offensichtlich, zeitiges und ehrliches Informieren schafft Vertrauen.
    • der Führende auf deren Bedürfnisse einging. Wenn er z.B. bei Bedarf langsamer lief oder Stolperstellen ansagte.
      Wirkt selbstverständlich, geht aber im Eifer des Gefechts schnell unter. Auch hier waren die Führenden mit dem Pferd beschäftigt, sich dann noch in den blinden “Anhänger” hineinzuversetzen, war nicht einfach.
      Im Arbeitsalltag ist das operative Tagesgeschäft auch oft “laut und dringlich”, da kann es Führungskräften leicht passieren, den Blick für ihre Geführten zu verlieren.
    • es flüssig und entspannt bzw. ruhig vorwärts ging.
      Hektik, Hau-ruck-Aktionen und plötzliche Richtungswechsel verunsicherten die Geführten. Sie stolperten, verloren den Kontakt zum Pferd oder mussten die Augen öffnen, um sich zu orientieren.
      Dabei wurde deutlich, wie wichtig Souveränität und Gelassenheit für Führungskräfte sind.

Von beiden Parteien (Führende als auch Geführte) wurde reflektiert, dass das Ziel nur gemeinsam und wenn jeder seine Verantwortung wahrnimmt, erreicht werden kann.
Der Führende muss gut führen und alle Teammitglieder gleichwertig beachten. (Was passiert, wenn das nicht gegeben ist, ist eine andere Geschichte, die ich ein andermal erzählen werde. 😉)
Die Geführten müssen ihre Aufgaben eigenverantwortlich erledigen und dem Führenden Rückmeldung geben.

Wie zu Beginn des Artikel erwähnt, war die größte Erkenntnis, dass Sich-führen-lassen, sehr angenehm sein kann. Als schön wurde aufgezählt,

  • mal loslassen zu können und Verantwortung abzugeben,
  • sich auf seinen Part konzentrieren zu können und
  • nicht alles in Frage stellen zu müssen.

Vielleicht lasst ihr euch demnächst auch mal bewusst führen? Und wenn euer Führender mag, gebt ihm Feedback. Ihr wisst sicher aus eigener Erfahrung, dass man selten Feedback zu seiner Führungsarbeit bekommt.

Und wer oben Dargestelltes selber erleben will, der kann sich zu Führungskompetenz praktisch oder als Führungsteam zu Ihr Team, mal anders anmelden.

Ich habe Angst vor Pferden. Kann ich da überhaupt mitmachen?

Die wenigsten Menschen haben Erfahrung mit Pferden. Respekt oder gar Angst ist durchaus verständlich, sind es doch sehr große Tiere, die sich für viele unvorhersehbar verhalten.

Trotzdem oder gerade deshalb steckt eine große Chance für ängstliche Menschen im pferdegestützten Coaching.

  1. Pferde sind sanfte und kooperative Wesen. Sie gehen auf ihr Gegenüber ein, können zeitweise die Führung übernehmen und damit einem unsicheren Menschen Sicherheit vermitteln.
    Pferde werden deshalb auch zu Therapiezwecken eingesetzt.
  2. Durch die Überwindung von Ängsten wächst das Selbstvertrauen. Der Coachee merkt, was möglich ist, wenn er sich traut.
  3. Mit ungewohnten oder gar ängstigenden Situationen authentisch umzugehen, ist auch im Führungsalltag erforderlich. Im pferdegestützten Coaching kann dies in einem geschützten Rahmen erprobt werden.
  4. Sich seiner Angst zu stellen, kann sehr aufschlussreich sein. Was genau ängstigt mich? Was würde helfen, damit ich weniger Angst empfinde?
    Die Art und Weise der “Angst-Begegnung” kann möglicherweise auf andere ängstigende Situationen übertragen werden.

Insgesamt wird beim pferdegestützten Coaching auf Sicherheit geachtet:

  1. Es werden nur Pferde eingesetzt, die den Umgang mit Menschen gewöhnt sind und eine gute Grundausbildung haben, d.h. sie sind “höflich” und respektvoll gegenüber Menschen.
  2. Pferdegestütztes Coaching findet nur vom Boden aus statt. Es wird nicht geritten.
  3. Vor dem Coaching gibt es eine Einweisung in den Umgang mit Pferden und was beachtet werden muss.
  4. Die Annäherung an die Pferde erfolgt schrittweise. Auch die Auswahl der Übungen orientiert sich an der Verfassung des Coachee.

Wer panische Angst hat oder traumatische Erlebnisse mit Pferden hatte, für den sind meine Angebote nicht geeignet.

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Pferde sind doch keine Menschen. Ist das überhaupt übertragbar?

oder

“Wie sollen mir Pferde Feedback geben? Sie können doch nicht sprechen.”

oder

“Pferde und Menschen sind doch nicht das Gleiche. Bloß weil ich ein Pferd führen kann, muss das noch lange nicht bei meinen Mitarbeitern klappen.

Solche oder ähnliche Fragen bzw. Aussagen höre ich hin und wieder.
Hier der Versuch einer Antwort:

Es ist richtig, Pferde sind keine Menschen und ja, nur wer ein Pferd führen kann, ist nicht automatisch auch ein guter Menschenführer.

Doch Pferde geben uns eine Spiegelfläche zur Selbstreflexion. Sie lassen uns neue Perspektiven gewinnen. Sie schulen uns, genau hinzuschauen, wahrzunehmen und unseren eigenen Anteil zu erkennen.
Wenn Menschen das zulassen, haben sie großes Potential ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Im pferdegestützten Coaching geht es eher um die Meta-Kompetenzen von Führenden, wie z.B. Selbstreflexionsfähigkeit, positive, zugewandte Haltung, Zielorientierung, Fokus, Achtsamkeit, Selbstbewusstsein.

Pferde haben hohe Ansprüche an einen Anführer, hängt doch ihr Überleben davon ab. Sie suchen nach Sicherheit, dafür brauchen sie einen selbstbewussten, in-sich-ruhenden, aufmerksamen, klaren, freundlichen Führenden. All diese Eigenschaften wünschen sich auch Menschen bei ihrem Anführer. Im Umgang mit dem Pferd müssen Menschen diese Eigenschaften unter Beweis stellen. Das Pferd wird körpersprachlich anzeigen, ob es die Führung annimmt. Für Menschen, die führen wollen, eine Goldquelle an Feedback.
Bei der “Übersetzung” des Feedbacks hilft der Coach, auch Video-Aufnahmen sind für die Selbst-Beobachtung und Erkenntnisgewinnung sehr hilfreich.

Die Kommunikation mit dem Pferd erfolgt dabei nahezu zu 100 % über Körpersprache, zwischen Menschen immerhin zu 80 %. D.h. Menschen können erkennen, welche Kraft Körpersprache hat und wie sie (teilweise unbewusst) beeinflusst wird. Das lässt sich eins zu eins in den (Führungs-) Alltag übertragen.

Warum Pferde außerdem gute Co-Trainer sind, ist in diesem Artikel beschrieben.

Und wer es selber mal ausprobieren möchte, ist herzlich zum Schnupperkurs eingeladen.

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Warum pferdegestütztes Coaching?

Es gibt mehrere Gründe, die für pferdegestütztes Coaching sprechen. Auf sechs möchte ich gern genauer eingehen:

Eröffnung neuer Perspektiven

Beim Coaching geht es um die Entwicklung von neuen Denk- und Sichtweisen. Dafür braucht es neue Perspektiven, solche können Pferde eröffnen.
Für Viele ist der Umgang mit Pferden nichts Alltägliches, d.h. die Coachees müssen ihre Komfortzone verlassen, möglicherweise über ihren eigenen Schatten springen oder vielleicht auch Ängste überwinden.
Pferde dienen zudem als Spiegel (siehe Artikel Warum Pferde?). Wir können ihr Verhalten interpretieren und für unsere Selbstreflexion nutzen.

Ehrlich und direkt

Pferde sind Experten im Körpersprache lesen, sie reagieren hochsensibel auf unsere. Dabei nehmen sie auch wahr, was wir unbewusst aussenden. Wir können uns nicht verstellen oder dem Pferd etwas vormachen.
Und da Pferde keine eigene Agenda haben, weder planen noch nachtragend sind, bekommen wir eine ehrliche und direkte Rückmeldung zu unserer Wirkung. Und das jedes Mal neu.

Intuition

Der Umgang mit dem Pferd bringt den Menschen “aus dem Kopf” mehr zum Fühlen und Spüren. Die Coachees bekommen die Möglichkeit, sich wieder mit ihrer Intuition zu verbinden.
Leider haben viele (besonders in der IT-Welt , wo vieles digital, virtuell und remote stattfindet) den Bezug zur Natur, also zur Basis verloren. Eine Form der “Erdung” bieten Pferde. Wie alle Tiere leben sie ausschließlich im Hier-und-Jetzt. Sie zeigen deutlich an, ob jemand gedanklich abschweift und fordern Fokus und Achtsamkeit, damit sie folgen.

Erlebnisorientierung

Pferdegestütztes Coaching gehört zu den erlebnisorientierten Lernformen, die besonders nachhaltig sind, da alle Sinne einbezogen werden.
Konfuzius, ein chinesischer Philosoph, hat sehr treffend gesagt:
„Sage es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten.
Lass es mich tun, und ich werde es können.“

Ortswechsel

Pferdegestütztes Coaching findet auf dem Pferdehof statt.
Der Ortswechsel regt neue Denkweisen an, er hilft sich zu hinterfragen. Meistens ist der Pferdehof neutrales Gebiet und wird vom Coachee nicht mit dessen Problem assoziiert.
Die Fahrt zum Stall und zurück bietet Zeit für den eigenen Verarbeitungsprozess und zur Reflexion.

Stressreduktion und Lernbereitschaft

Außerhalb des Arbeitskontextes in der Natur, an der frischen Luft und im Umgang mit dem Pferd fällt der Stress vom Coachee ab.
Durch das Streicheln der Pferde wird vermehrt Oxytocin ausgeschüttet, was nachweislich zur Entspannung beiträgt.
Das steigert nicht nur das Wohlbefinden sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Coachee eine nachhaltige Verbesserung für sich erzielt. Denn unter Stress kann das menschliche Gehirn schwer Neues verarbeiten.

Disclaimer: Für die leichtere Lesbarkeit wurde ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind aber grundsätzlich alle Geschlechter angesprochen.

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Was ist pferdegestütztes Coaching?

Beim pferdegestützten Coaching werden Pferde als Co-Coaches eingesetzt. Sie dienen als “Reflexionsfläche”.
Warum Pferde gut geeignet sind, beschreibt dieser Artikel.

Der Coach wählt passend zum Thema des Coachees Übungen aus, die der Coachee mit dem Pferd / den Pferden absolviert. Es gibt Beobachtungsaufgaben, Interaktionen mit dem Pferd (z.B. Begrüßung) oder Führübungen mit und ohne Strick, um nur einige Beispiele zu nennen. Manchmal sind die Pferde auch “nur” da und spiegeln die (unbewusste) Stimmung des Coachee, in dem sie freilaufend die Nähe des Menschen suchen oder sich entfernen.

In jedem Fall lässt der Coach die “Rückmeldung” des Pferdes in den Coaching-Prozess einfließen. Er macht den Coachee auf die entsprechenden Signale aufmerksam und lässt ihn interpretieren. Was könnte das Verhalten des Pferdes bedeuten? Wie geht es ihm (dem Coachee) im Umgang mit dem Pferd?
Im Dialog werden Hypothesen aufgestellt, neue Handlungsoptionen erarbeitet und mit dem Pferd verprobt.

Das pferdegestützte Coaching zählt zu den erlebnisorientierten Coaching-Methoden. D.h. es wird nicht nur der Verstand angesprochen, sondern auch das Fühlen und die Intuition. Durch das aktive Tun wird eine größere Nachhaltigkeit erreicht.

Pferdegestütztes Coaching kann für Einzelpersonen oder auch für Teams eingesetzt werden.
Im Einzel-Setting können Themen wie z.B. Führungskompetenzen, Wirkung und Wirksamkeit, Achtsamkeit, Selbstbewusstsein oder Zielorientierung bzw. Fokussierung bearbeitet werden.
Für Teams sind gegenseitiges Kennenlernen, Vertrauensbildung oder Zusammenarbeit mögliche Themen, die mit Hilfe von Pferden verbessert werden können. In jedem Fall steht vor dem Einsatz der Pferde ein Auftragsklärungsgespräch – siehe Coaching-Prozess.

Wer selber einen Eindruck von pferdegestützten Coaching gewinnen will, der ist herzlich zum Schnupperkurs eingeladen.

Disclaimer: Für die leichtere Lesbarkeit wurde ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind aber grundsätzlich alle Geschlechter angesprochen.

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Was passiert innerhalb einer Coaching-Sitzung?

Termin und Ort wurden im Vorfeld zwischen Coach und Coachee vereinbart.

Der Coach sorgt für ein angenehmes und störungsfreies Umfeld. Nach der Begrüßung und etwas Smalltalk zum Ankommen wird der Coach die Coaching-Sitzung eröffnen. Er erklärt den Rahmen und das Vorgehen. Dann folgt die Zielklärung für den gesamten Coachingprozess oder für die heutige Sitzung, ggf. fragt er auch was sich seit der letzten Sitzung verändert hat.

In jedem Fall wird er viele Fragen stellen. Einige Fragen kann der Coachee schnell und einfach beantworten, bei anderen muss er nachdenken. Oft fällt dann der Ausspruch “Gute Frage”, das ist das Signal an den Coach, dass er auf der richtigen Fährte ist. Denn nur wenn der Coachee nachdenkt, kommt er zu neuen Erkenntnissen. Ein guter Coach lässt dem Coachee genug Zeit zum Nachdenken und hält auch mal ein längeres Schweigen aus.

Je nach gewähltem Vorgehen zielen die Fragen des Coaches auf den Problem- oder den Lösungsraum. Um mit einer Lösungsidee die Sitzung beschließen zu können, müssen zum Ende hin Fragen zum Lösungsraum dabei sein. Zum Schluss wird die Lösungsidee auf Praxistauglichkeit geprüft, auch dafür stehen dem Coach viele hilfreiche Fragen zur Verfügung.

Neben den Fragen hat der Coach einen reichlich gefüllten Methodenkoffer. Er kann zum Beispiel durch erlebnisorientierte Methoden, den Coachee mit Situationen in der Zukunft (oder auch Vergangenheit) assoziieren lassen. Für das Gehirn ist es kein Unterschied, ob es die Situation in echt erlebt oder es sich nur vorstellt. Zu den erlebnisorientierten Methoden gehört auch das pferdegestützte Coaching.
Eine weitere gern verwendete Methode sind die verschiedensten Arten von Aufstellungen. Dabei werden verschiedene Positionen im Raum mit einer Bedeutung aufgeladen und der Coachee stellt sich an die Punkte und assoziiert sich mit der dort referenzierten Situation. Das bringt oft überraschende Erkenntnisse.

Am Ende der Sitzung kann eine Vereinbarung getroffen werden, d.h. der Coachee bekommt eine Hausaufgabe, außerdem wird der nächste Termin vereinbart oder zumindest das weitere Vorgehen abgestimmt.

Disclaimer: Für die leichtere Lesbarkeit wurde ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind aber grundsätzlich alle Geschlechter angesprochen.

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Wo finden Coachings statt?

Coachings sollten in einem abgeschlossenen Raum stattfinden, so dass die Vertraulichkeit gegeben ist und Ungestörtheit gewährleistet werden kann. Außerdem ist ein angenehmes Ambiente hilfreich, damit sich der Coachee wohlfühlt und entspannen kann.

Coach und Coachee sitzen leicht schräg nebeneinander oder über Eck, so dass sie sich anschauen können, ohne sich konfrontativ gegenüber zu sitzen. Moderationskarten, Notizblock und Schreibzeug für eventuelle Visualisierungen liegen bereit. Auch ein Glas Wasser sollte zum Standard gehören.

Coach und Coachee treffen sich idealerweise an einem neutralen Ort, z.B. in den Räumen des Coaches.
Prinzipiell könnte der Coach auch zum Coachee, z.B. an dessen Arbeitsort, kommen, doch das hat einige Nachteile.

  • Möglicherweise kann die Störungsfreiheit nicht gewährleistet werden. Der Coachee wird abgelenkt und kann sich nicht voll auf sein Coaching konzentrieren.
  • Die Umgebung könnte beim Coachee negative Emotionen wecken bzw. wird der Coachee von der Umgebung negativ beeinflusst.
  • Die Gleichberechtigung / Augenhöhe von Coach und Coachee ist unter Umständen nicht gegeben, wenn z.B. der Coach von seinem Geschäftsführer-Coachee in dessen Büro empfangen wird.
  • Der Coachee geht nach dem Coaching nahtlos zur Tagesordnung über. Es bleibt ihm damit keine Zeit, die im Coaching gewonnenen Erkenntnisse zu verarbeiten.

Es gibt auch Varianten bei dem das Coaching nicht in einem Raum sondern draußen in der Natur stattfindet. Dazu zählt das pferdegestützte Coaching, was auf dem Pferdehof durchgeführt wird.

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Wie läuft ein Coaching-Prozess ab?

Ein Coaching besteht aus drei Phasen:

  1. Auftrags- bzw. Zielklärung
  2. Durchführung des Coachings
  3. Abschluss

Dieses Raster gilt für den gesamten Coaching-Prozess als auch für jede einzelne Coaching-Sitzung.

Ein Coaching-Prozess kann starten, sobald sich Coach und Coachee gefunden haben und die kaufmännischen Rahmenbedingungen geklärt wurden. Wird das Coaching über den Arbeitgeber organisiert, sind meist weitere Abteilungen, wie z.B. Personal oder Einkauf, eingebunden.

Der erste Schritt ist dann das Auftrags- und Zielklärungsgespräch. Der Coach erfragt das Anliegen des Coachee und hilft ihm dabei, sein Ziel für den Coaching-Prozess zu definieren. Ist das Coaching Teil einer Personalentwicklungsmaßnahme, kann auch die Führungskraft des Coachee oder die Personalabteilung des Unternehmens bei der Auftragsklärung involviert sein.
Das Ziel wird formuliert und idealerweise aufgeschrieben.

Das eigentliche Coaching findet dann in Coaching-Sitzungen statt.
Bei jedem Treffen wird ein Sitzungsziel vereinbart. Es wird angestrebt, dass der Coachee jeweils am Ende mindestens eine Handlungsoption mitnimmt, die er bis zum nächsten Mal verproben kann.
Zu Beginn jeder Folge-Sitzung wird typischerweise mit der Frage eingestiegen, was sich in der Zwischenzeit verändert hat bzw. was beobachtet wurde. Auf dieser Basis wird dann ein neues Sitzungsziel mit Blick auf das Gesamtziel vereinbart. Im Verlauf kann sich das Gesamtziel ändern, es wird dann entsprechend angepasst.

Die Anzahl der Sitzungen kann variieren. Manchmal reicht eine, oft braucht es mehrere. Die Beauftragung von 5 – 10 Terminen ist meist ein sinnvolles Kontingent. Prinzipiell entscheidet der Coachee, wann es genug ist.

Zum Abschluss findet ein Auswertungsgespräch statt. Im Unternehmenskontext können an diesem dann auch die Führungskraft und/oder ein Vertreter der Personalabteilung teilnehmen. Es geht darum, die Ergebnisse zu würdigen, den Prozess zu reflektieren und dem Ganzen ein bewusstes, wertschätzendes Ende zu geben.

Disclaimer: Für die leichtere Lesbarkeit wurde ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind aber grundsätzlich alle Geschlechter angesprochen.

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Einfach mal ausprobieren

Pferdegestütztes Coaching einfach mal ausprobieren? Genau dafür gibt es meinen Natural Leadership Schnupperkurs.
Auch Dorit und Susan wollten es wissen und hatten sich dazu angemeldet.

An einem eher kühlen Vormittag trafen wir uns auf dem Pferdehof. Doch bevor es zu den Pferden ging, trugen wir zusammen, was einen guten (An-) Führer (oder neu-deutsch: Leader) ausmacht und welche Kompetenzen er/sie braucht. Wir schauten uns auch an, welche Eigenschaften ein Pferd hat und warum es sich als Coaching-Partner so gut eignet. Danach wählten die Teilnehmerinnen ihr Übungsthema aus drei grundlegenden Führungskompetenzen aus: Zielorientierung/Überzeugungskraft, Empathie oder Achtsamkeit/Fokus. Beide entschieden sich für das dritte Thema. Daraus ergab sich die Aufgabe, die mit dem Pferd erfüllt werden sollte.

Nun gingen wir in den Stall die Pferde begrüßen. Nach kurzem Kennenlernen ging es auch schon los. Die Aufgabenstellung war im meditativen Schritt eines der Pferde so langsam zu führen, dass es gerade nicht stehen bleibt. Klingt einfach, war es aber nicht wirklich, wie die Teilnehmerinnen feststellten. Es brauchte volle Konzentration und Achtsamkeit, um selber langsam zu gehen, dabei auf das Pferd zu achten, diesem Tempo und Richtung vorzugeben, es aber auch in Ruhe zu lassen, wenn es richtig lief. Die Pferde zeigten Unkonzentriertheit des Menschen an, in dem sie selber unkonzentriert wurden und eigene Ideen einbrachten wie z.B. am Hallenboden rumzuschnüffeln.

Nach jedem Übungsdurchlauf tauschten wir uns aus und gaben Feedback. Was lief gut? Was hat irritiert? Welche Gefühle und Gedanken hatte der (Pferde-) Führer? Was spiegelte das Pferd? Was könnte man anders machen?

Dadurch kamen neue Ideen und Impulse, die beim folgenden Durchlauf ausprobiert werden konnten. Ist es möglich, noch langsamer zu gehen? Folgt das Pony auch am längeren Strick? Können wir flüssiger gehen ohne Stopps? usw.

Beide Teilnehmerinnen wählten (zunächst) das Pony für die Aufgabe. Somit waren Coaching-Partner und Übung gleich und es offenbarten sich unterschiedliche Führungsstile und Themen bei den Teilnehmerinnen. Das war für alle ziemlich spannend.

Zum Schluss werteten wir bei einer Tasse Tee den Kurs aus, um dann entspannt und mit neuen Erkenntnissen im Kopf nach Hause zu fahren.