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Natural Leadership – was bedeutet das?

… natürliche Führung.

Wer hätte das nicht gern? Sich sicher fühlen, gesehen und wertgeschätzt werden, dazuzugehören, wissen wo es hingeht, sich einbringen können, …

Der das alles geben kann, dem schließen wir uns gern an. Das ist ein Natural Leader.

Doch was bedeutet “natürlich”? Für mich heißt das:

  • Es kommt in der Natur vor. Es ist einfach da, sofern es gelassen und nicht unterdrückt wird. Man könnte sagen, es ist “von Gott gegeben”. Es ist so selbstverständlich, dass es möglicherweise übersehen wird.
  • Natürlichkeit ist Schönheit in der Einfachheit – einfach schön oder auch schön einfach.
    Es wohnt ihm etwas Ästhetisches und Künstlerisches inne. Es ist schön anzusehen.
  • Natürlich bedeutet auch aus sich selbst heraus ohne (zusätzlichen) Aufwand. Es geht um strahlen statt glänzen.

Und Leadership (=Führung)… was steckt in diesem Begriff drin?

  • Führung übernehmen, in Führung gehen und Führung geben, sind Aktivitäten durch den/die Führende(n). D.h. der Führende muss führen wollen und es auch tun.
    Insbesondere in der Formulierung “Führung geben” steckt das Sinnbild, Führung als Geschenk bzw. Dienst am anderen zu verstehen.
  • Das Pendant zur Führung ist Folgen. Das Folgen findet auf verschiedenen Ebenen statt “physisch”, “geistig, “emotional“ und “seelisch”. (nach Bernd Osterhammel *1). Das ehrliche Folgen (also auf allen vier Ebenen) ist ein freiwilliger Entschluss durch den Geführten, das kann nicht erzwungen werden. Die Geführten lassen sich führen und schenken damit Vertrauen. Die Führung, die gegeben wird, anzunehmen, ist der aktive Anteil des Geführten.
  • Führung heißt in erster Linie Sicherheit geben. Es geht dabei um die Erfüllung der Grundbedürfnisse der Geführten.
  • Um Sicherheit geben zu können, braucht der Führende innere Stärke. Er strahlt Ruhe aus, kennt das Ziel (im Sinne der Erfüllung der Grundbedürfnisse) und führt planvoll darauf hin. Er hat klare Werte und schafft darauf basierende Regeln und Prinzipien, deren Einhaltung er konsequent einfordert. Damit gibt er einen Rahmen und zeigt unmissverständlich auf, was die Bedingungen für die Zugehörigkeit sind.
  • Ein Führender kennt und beachtet die Bedürfnisse seine Geführten, er spricht deren Sprache, fördert und fordert sie. Er lässt den Geführten Freiheiten, gibt Entscheidungsspielräume und forciert die Übernahme von Eigenverantwortung.
  • Das eigene Ego rückt in den Hintergrund.
    Machtdemonstration und Selbstdarstellung braucht es im Kontext von Natural Leadership nicht.
    Ein Führender braucht andere nicht unterdrücken oder abwerten, um sich besser zu fühlen. Die Sache ist im wichtiger als sein Ego.

Bringt man nun beide Begriffe zusammen, ergibt sich für mich, das Natural Leadership heißt, Führung wieder einfach zu machen, im Sinne von Reduktion auf das Natürliche. Wir Menschen sind soziale Wesen, das “Führen und Folgen” steckt in unseren Genen. Es geht darum, Körpersprache, Emotionen und Intuition wieder zu zulassen und zu nutzen, damit Gutes zu bewirken und Leichtigkeit zu erlangen.

Natural Leadership suggeriert Einfachheit und ja, das ist das angestrebte Ziel.
Doch alles ist schwer, bevor es einfach wird.

Bevor man andere gut führen kann,

  • muss man sich selber führen können. Sich selber kennen, sich seiner Werte bewusst sein, wissen wofür man steht, was man will, was seine persönlichen Baustellen und seelischen Verletzungen sind (wie Anselm Grün *2 es ausdrückt).
  • muss man wissen, wie Menschen ticken. Was sind deren Grundbedürfnisse, wie drücken sie sich aus. Wie kann man gut mit ihnen kommunizieren.
  • braucht es ein hohes Maß an Achtsamkeit, gegenüber sich selbst und gegenüber anderen. Kann ich wahrnehmen, wie es mir und dem anderen gerade geht, kann ich zwischen Wahrnehmung und meiner Interpretation unterscheiden, kann ich zwischen meinen Emotionen und denen des anderen differenzieren (Stichwort Spiegelneuronen)

Es ist ein anstrengender und dabei sehr erkenntnisreicher Weg, die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit lässt einen wachsen. Industrie und Wissenschaft haben Führung zu etwas Mechanischem werden lassen. Oft wird Führung mit Management gleichgesetzt, was einer Verwaltung gleichkommt. Diese Glaubenssätze müssen nun mühsam abgetragen werden. Es geht um ein Rückbesinnen auf unsere ursprüngliche, natürliche Basis und die natürlichen Zusammenhänge.

Um Führungskompetenzen schneller zu erlangen, ist die Begleitung durch einen Mentor/Coach sehr hilfreich. Pferde können da einen wertvollen Beitrag leisten. Sie haben den störenden Mantel aus Glaubenssätzen und erlernten Verhalten nicht, sie praktizieren natürliche Führung (und Gefolgschaft). Sie sind achtsam, leben im Hier-und-Jetzt und reagieren auf feinste Signale, die wir Menschen oft weder sehen noch bewusst aussenden. Menschen können damit Feedback zu ihrer Einstellung und Wirkung auf andere erhalten.

Aus diesem Grund ist pferdegestütztes Coaching insbesondere für Menschen die Führung übernehmen, ob in organisatorischer, methodischer oder fachlicher Hinsicht, so interessant.

Quellen:

*1 Bernd Osterhammel “Pferdeflüstern für Manager – Mitarbeiterführung tierisch einfach.”
*2 Anselm Grün “Menschen führen – Leben wecken”

Geschafft: Systemischer Organisationscoach

Ich: „Ich bin systemischer Organisationscoach.“
Susan: „Jawoll, das bist du.“
mit diesem Wortwechsel überreichte mir Susan Kindler (von Kindler Coaching) mein Zertifikat. 😊

Begleitet von 12 wunderbaren Mitstreitern und tollen Trainern (Susan Kindler, Katharina ReischJoana Prather und Juliane Kluge) trat ich vor 1,5 Jahren die Reise zum systemischen Organisationscoach an.
12 Module später habe ich unheimlich viel gelernt über Systemik, über Coaching, wie Menschen denken und ticken, wie sich Gruppen verhalten und welche Komplexität in Organisationen steckt.

Diese Ausbildung ist ein weiterer, wichtiger Baustein für meine Idee, pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte anzubieten.

Natural Leadership kann nun wirklich starten.

Mein Weg

Führung und Pferde – was soll da der Zusammenhang sein?

Die Erkenntnis, dass es da einen gibt, kam mir im Sommer 2018. Mein Mann und ich waren (mit den Kindern) auf Sardinien im Urlaub. Wir sind beide Führungskräfte in IT-Unternehmen und sinnieren gern über Führungskompetenzen und tauschen uns in kollegialer Beratung zu erlebten Situationen in unserem Berufsalltag aus.
Wir sitzen also auf unseren Liegestühlen am Pool und finden eine Situation nach der anderen, wo es im Arbeitsalltag Kompetenzen braucht, die ich ebenso bei den Pferden brauche bzw. dort gelernt habe.

Doch was führte zu dieser Episode auf Sardinien?

Ich habe Informatik studiert und arbeite seit 2003 in IT-Unternehmen. Begonnen habe ich als Software-Entwickler, habe dann die Projektleitung sowie die technische Leitung von Softwareprojekten übernommen. Seit 2006 hatte ich auch Führungsverantwortung. Erst für ein 4-Mann-Team quasi nebenberuflich und inzwischen für mehr als 25 Mitarbeiter in Vollzeit. Ich habe dabei für Startups, Mittelständler und auch Konzerne gearbeitet, kenne also die unterschiedlichen Welten.

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich an etliche Weiterbildungen zu Führung, Projektmanagement, agilem Vorgehen, Kommunikation, Vertrieb und Verhandlung teilnehmen dürfen. Ich war auch einige Jahre Certified Project Manager (IPMA® Level C) der GPM (Gesellschaft für Projektmanagement).

Seit 1991 sind Pferde meine Lehrer. (Die Erkenntnis, dass sie das sind, kam mir aber erst viele Jahre später. 😉 )
Ich habe Reiten in einem Reitverein gelernt, parallel dazu hatte ich etliche Pflegepferde, darunter auch junge, rohe. Als Jugendliche machte ich mir wenig Gedanken. Mit Intuition, Naivität und Glück habe ich die Pferde ausgebildet. Immer wieder kam ich in Situationen, wo ich umdenken oder meinen Ehrgeiz zurücknehmen musste. Ich lernte aber auch Stärke, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer.
Einen neuen und wesentlich besseren Zugang zu den Pferden erhielt ich 2014, als ich das erste Mal mit Natural Horsemanship in Kontakt kam. Saskia Eubling vermittelte mir eine neue Art der Kommunikation mit den Pferden. Fokus, Energie, Zentriertheit und Achtsamkeit kannte ich bisher nur im Kontext von Meditations- und Achtsamkeitstraining und von meinen Kampfsport-Erfahrungen zur Uni-Zeit. In Kombination mit der natürlichen Pferdesprache eröffnete es mir eine neue ungeahnte Welt.

Nicht zuletzt haben mich auch meine Kinder gefordert und gefördert und mir oft den Spiegel vorgehalten. Sie sind inzwischen 16 und 13 Jahre alt.

Ach, ich hab ja gar nicht erwähnt wie ich heiße… mein Name ist Cathleen Schwarze. 🙂

Meine Überzeugung

Für die Arbeit mit Menschen braucht es eine positive Grundeinstellung und Überzeugungen, die zum einen die Dinge nehmen wie sie sind und zum anderen das Gute im Menschen sehen.

Ich vertrete die folgenden Glaubenssätze:

  • Jeder ist okay so, wie er ist.
  • Jeder kann sich verändern, wenn er es wirklich will.
  • Jeder handelt in der Situation, in der er sich befindet, aus seiner Perspektive sinnvoll und richtig.
  • Es gibt nicht DIE eine Wahrheit. Jeder hat seine Perspektive auf eine Situation/Sache. Durch unsere Filter und unterschiedlichen Erfahrungen nehmen wir unterschiedlich wahr und bewerten und handeln unterschiedlich.